Remote Work aus Rom – 8 Fragen an unsere Beraterin Cristina Branca

Noch ein weiteres Mal dürfen wir euch im Laufe der „New Work Weeks“ einen Einblick in das Arbeitsmodell eines Team-Mitglieds bei hrdiamonds geben. Diesmal geht es um unsere wunderbare Beraterin Cristina Branca.

Auch Cristina hat sich die Zeit genommen, uns im Rahmen eines Interviews von ihrem hybriden Arbeitsmodell zu berichten. Obwohl sie in Rom lebt, arbeitet sie für hrdiamonds in Wien – eine spannende Kombination! Was das für ihren Arbeitsalltag bedeutet und wie das erfolgreich funktioniert, erfahrt ihr im Interview. Viel Spaß beim Lesen!

 

hrdiamonds: Liebe Cristina, kannst du uns zu Beginn etwas über deinen Weg bei hrdiamonds erzählen und wie dein derzeitiges Arbeitsmodell aussieht?

Cristina: Das ist mein dritter Karriereweg, also nehme ich schon einiges an Arbeitserfahrung mit. Ich komme ursprünglich aus der Wirtschaft und habe diverse Hintergründe. Ich bin dann meiner Leidenschaft in das Coaching gefolgt und habe selbstständig als Life- und Business-Coach gearbeitet. Über Ulrike Jung bin ich zu hrdiamonds gekommen, wo ich nun Teilzeit als Beraterin, Trainerin und Coach arbeite. Es hat mich angezogen in einem Team zu arbeiten, da meine vorherige Arbeit mit der Selbstständigkeit schon eine relativ einsame war.

hrdiamonds: Dein Lebensmittelpunkt ist ja in Rom. Wieso hast du dich dazu entschieden hybrid bzw. teilweise remote für hrdiamonds in Wien zu arbeiten und wie gestaltet sich das?

Cristina: Das war eher ein Zufall. Nach einem Treffen mit Ulrike ist das eine dem anderen gefolgt und so hat sich dann diese Arbeit ergeben. Es war oder ist als ein Test seitens der Firma, aber auch von meiner Seite, zu sehen. Wir haben beschlossen, gemeinsam zu schauen: „Ist es kompatibel, ist das machbar?“. Und dadurch, dass Coachings mittlerweile fast 90–95 % online stattfinden, ist es überhaupt kein Problem. Ebenso sind auch teilweise virtuelle Workshops und virtuelle Trainings möglich. Darüber hinaus sind viele Trainings projektbezogen. Das heißt, dass man diese bündeln kann und sie dadurch auch von Rom aus für mich gestaltbar sind. Das war auf jeden Fall am Anfang eine große Umstellung zwischen den 2 Städten, obwohl diese nahe beieinander liegen. Doch mit der Zeit findet man seinen Rhythmus.

hrdiamonds: Wie hältst du denn den Kontakt und die Zusammenarbeit mit dem hrdiamonds-Team aufrecht, während du von Rom aus arbeitest?

Cristina: Also, worauf ich zu achten versuche, ist, dass ich immer wieder auf MS Teams schaue, was es für Nachrichten gibt und wer was gepostet hat. Das geht auch oftmals über rein berufliche Dinge hinaus. Es ist wichtig, zu den Personen den Kontakt, sofern es virtuell möglich ist, aufzusuchen und wenn Bilder gepostet werden – von Ostern, Weihnachten, Urlauben, etc. – aktiv dabei zu sein. Dann hat mein Team auch regelmäßige Meetings mit unserer Führungskraft. Auch da ist es wichtig, immer dabei zu sein, wenn auch nur virtuell, und auch von sich zu erzählen, wo man gerade steckt, an welchen Projekten man arbeitet, usw. – also aktiv den Kontakt suchen und nicht nur oberflächlich teilzunehmen.

hrdiamonds: Wie achtest du auf eine gesunde Work-Life-Balance? Vor allem, wenn du von zu Hause arbeitest?

Cristina: Ja, die Frage ist gar nicht so einfach, weil man zu Hause auch immer ein bisschen abgelenkt ist von den „Daily Duties“, die mit der Arbeit gar nichts zu tun haben (Wäschewaschen, Aufräumen, Sachen zusammenlegen, …). Aber hier gilt es, den Fokus zu bewahren und zu sagen „Ok, ich sitze jetzt hier am Schreibtisch und alles andere findet ein bisschen später statt“. Ich bin jemand, der sehr gezielt fokussiert und schnell arbeitet, weil ich eigentlich den Drang habe, rauszugehen und in der Natur zu sein. Das heißt, wenn ich am Laptop sitze, befasse ich mich mit dem Projekt und mit nichts anderem. Was mir dabei auch hilft, ist zu wissen, was diese Woche auf mich zukommt, was die Prioritäten sind und einen Plan bzw. eine To-Do-Liste zu erstellen und abzuarbeiten.

hrdiamonds: Hast du irgendwelche Vorteile oder auch Herausforderungen entdeckt beim hybrid bzw. remote Arbeiten, die du nicht erwartet hast?

Cristina: Ja, also ehrlich gesagt etwas Positives, weil ich überrascht bin, wie gut es funktioniert. Auch wenn ich dann doch mal in die Firma komme, habe ich das Gefühl, dass eine gegenseitige Freude da ist. Und das überrascht mich sehr, dass das wirklich möglich ist.

hrdiamonds: Wie denkst du sieht die Zukunft von Remote Work aus, sowohl bei hrdiamonds als auch im Allgemeinen?

Cristina: Also ich kann mich erinnern, als ich mit der Coaching-Ausbildung begonnen habe und meine erste Ausbilderin gesagt hat, dass Coaching am Telefon hervorragend funktioniert, und wir sie alle mit riesengroßen Augen angeschaut und gesagt haben: „Das ist unmöglich!“. Aber die Aussage, dass Online-Coaching nicht geht, weil man seine Klient:innen nicht spüre, ist ein Blödsinn. Ganz im Gegenteil, dadurch ist die Konzentration fokussiert, und man nimmt bei 1:1 Coachings die Stimme und Sprache des Gegenübers richtig gut wahr. Spricht die Person schneller, lauter? Gibt es Gesprächspausen? Wird die Stimme verunsicherter? Und so weiter. Während meiner Ausbildung fanden meine Coaching-Stunden durch Corona fast ausnahmslos online statt. Und da habe ich gemerkt „Ja, das funktioniert eigentlich wirklich gut!“. Also es ist nicht so, dass es sich jetzt komplett auf den Bildschirm verlagert, aber die persönliche Begegnung ist nicht immer unbedingt notwendig. Im Training ist es zugegebenermaßen ein bisschen anders, weil man alle Teilnehmer:innen gleichzeitig dabei halten will und dafür im Seminarraum einen anderen Blick hat als online.

Und für die Zukunft? Man wird nicht zurückgehen auf Vor-Corona-Zeiten. Ich glaube, dass dieses Remote und Hybride auf jeden Fall erhalten bleibt. Dennoch finde ich es wichtig, auch manchmal persönlich ins Büro zu gehen und dem Team gegenüberzutreten. Das hat ganz viel mit Wertschätzung zu tun, auch weil man viele Personen, mit denen man nicht so eng zusammenarbeitet, sonst gar nicht sieht, oder spürt. Aber auf der anderen Seite, nur im Büro zu arbeiten, finde ich, ist nach Corona auch nicht mehr möglich, weil sich viele schon an das Homeoffice gewöhnt haben. Für mich ist im Homeoffice zu arbeiten ein Luxus, den ich hervorragend finde, weil ich mir die Zeit zum Büro zu fahren, zurückzufahren, einen Parkplatz zu suchen, usw. spare und zuhause zudem fokussierter arbeiten kann.

hrdiamonds: Hast du Tipps zum hybriden Arbeiten, die du gerne weitergeben möchtest?

Cristina: Also, wie schon erwähnt, finde ich es ganz wichtig, genau zu schauen, dass man sich mit seinen Team-Mitgliedern auseinandersetzt und das nicht nur rein beruflich. Das ist zumindest mein Verständnis von Teamwork.

Ja, und der zweite Faktor ist Zeitmanagement. Dass man einen Plan hat „Wie schaut meine Woche aus?“. Ich schaue mir etwa am Abend davor an, was für den nächsten Tag im Kalender steht, damit ich da nichts übersehe. Und versuche auch weiter in die Zukunft zu denken: „Wie sieht mein nächster Monat aus?“, „Wie meine nächsten drei?“, „Was sind meine Ziele?“.

Zusätzlich sollte man sich nicht scheuen, auf das Team zurückzugreifen und auch beim remote Arbeiten um Hilfe fragen, wenn man diese braucht. Und umgekehrt, wenn man hört, dass jemand Unterstützung braucht, diese auch anbieten.

hrdiamonds: Damit kommen wir zur letzten Frage. Du hast es schon erwähnt, aber abschließend nochmals kurz: Warum kommst du dennoch ab und zu gerne ins hrdiamonds Büro?

Cristina: Ja, so wie ich schon gesagt habe, der Grund, dass ich überhaupt für hrdiamonds arbeite, ist das Team. Darum sind mir persönliche Begegnung und ehrlich gemeinte „Wie geht es dir?“ sehr wichtig und dass man sich diese Zeit für das Team wirklich nimmt. Außerdem finde ich es lustig, wenn ich ins Büro komme, die ganzen Büro-Hunde zu sehen. Und, wie schon erwähnt, Menschen zu sehen, die ich normalerweise auf MS-Teams nicht sehe und mit denen ich in meinem Arbeitsalltag nicht unbedingt telefoniere.

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