Hilfe, meine Kollegin sitzt in Asien! 7 Dinge, die du bei Remote Work beachten solltest

Unser Teammitglied Lena Strohmayer hat letztes Jahr ihre sieben Sachen gepackt und ist kurzerhand auf einen anderen Kontinent gezogen. Das Besondere daran? Es handelt sich hierbei nicht um einen Urlaub, Sabbatical oder ähnliches. Lena arbeitet immer noch bei hrdiamonds, nur eben in einer anderen Zeitzone.

Täglich beraten und begleiten wir Unternehmen dabei, ihren Mitarbeiter:innen einen lebenswerten Arbeitsplatz zu ermöglichen. Dabei ist uns besonders wichtig, dass uns dies auch in unserer eigenen Organisation gelingt. Wir probieren und leben neue Arbeitsformen immer wieder selbst aus und ermöglichen unseren Mitarbeitenden ihre Arbeitsplätze selbst zu wählen. So kam es, dass unsere Kollegin plötzlich auf einem anderen Kontinent saß und von dort mit dem Team zusammenarbeitete.

Jetzt stellt sich die Frage: Und wie funktioniert das? Sehr gut! In diesem Beitrag wollen wir Lenas Erfahrungen und Tipps zum Thema „Remote Work“ mit euch teilen: Was ist Remote Work eigentlich? Welche Aspekte gibt es zu beachten? Und was sollte man wissen, bevor man sich als digitale:r Nomad:in in die weite Welt stürzt?

Vielleicht können wir mit unserem Beitrag die:den eine:n oder die:den andere:n von euch inspirieren selbst den Schritt in die große weite Welt zu wagen, oder euren Mitarbeiter:innen ähnliche Arbeitsmodelle zu ermöglichen.

 

Remote Work – was war das noch gleich?

„Remote Work“ ist ein umfassender Begriff und bezieht sich auf die Praxis, berufliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten außerhalb des traditionellen Büroumfelds zu erledigen. In unserer zunehmend digitalisierten Welt ermöglichen es Technologien wie Videokonferenz-Tools und mobile Kommunikationsmittel von verschiedenen Standorten aus zu arbeiten. Remote Work hat sich besonders in den letzten Jahren zu einem wichtigen Trend entwickelt; getrieben durch technologische Fortschritte und die zunehmende Akzeptanz von flexiblen Arbeitsmodellen seitens der Unternehmen. Infolgedessen gewinnt Remote Work als nachhaltige und effektive Arbeitspraxis in der modernen Geschäftswelt an Bedeutung. Homeoffice stellt dabei eine spezifische Form von Remote Work dar, bei der die Arbeit von zu Hause aus erledigt wird. In diesem Beitrag beziehen wir uns vor allem auf Remote Work aus dem Ausland.

Was gibt es zu bedenken, wenn ich Remote Work in Betracht ziehe?

Worüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man den Schritt zu Remote Work macht?

  1. Internetverbindung:

Arbeiten von überall, bedeutet leider nicht wirklich, arbeiten von ÜBERALL. Solltest du nämlich zu denjenigen gehören, die eine mehr oder weniger gute Internetverbindung für die Arbeit brauchen – also wahrscheinlich die Mehrheit von uns -, schränkt das schon etwas ein. Somit ist der Traum vom Leben auf einer einsamen Insel mitten im Ozean leider nicht zwingend mit Remote Work in Einklang zu bringen. Aber keine Panik, es finden sich noch genug wunderschöne Flecke auf unserer Erde mit guter Internetverbindung!

Mein Tipp: Bevor du dich entscheidest, von wo du arbeiten möchtest, informiere dich online darüber, wie die Internetverbindung an deinen möglichen Zielorten aussieht. Meistens kann man dabei gut auf Erfahrungsberichte anderer zurückgreifen.

  1. Arbeitsplatz

Der nächste Punkt, über den man sich Gedanken machen sollte, ist, wie man sich den eigenen remote Arbeitsplatz vorstellt. Will man eine Unterkunft, die ausgestattet ist, um von zu Hause aus arbeiten zu können? Sieht man sich in den verschiedensten Cafés arbeiten? Oder hätte man vielleicht gerne eine Art fixen Arbeitsplatz, an den man jeden Tag geht, wie etwa einen sogenannten „Coworking Space“. Häufig fällt es schwer, diese Fragen zu beantworten, wenn man noch nie remote gearbeitet hat. Ich persönlich habe erst durch viel Ausprobieren herausgefunden, von wo aus ich am besten arbeiten kann. Für mich haben sich dabei vor allem die Coworking Spaces herauskristallisiert, da mir eine klare – auch physische – Trennung zwischen Freizeit und Arbeitszeit wichtig ist.

  1. Zeitunterschied

Bleiben wir doch noch bei dem Thema „Von wo aus will ich arbeiten?“ und betrachten es aus einer weiteren Perspektive, nämlich dem des Zeitunterschieds. Je nachdem, wie sich deine Arbeit gestaltet und wie sehr du auf Abstimmungen mit Kolleg:innen angewiesen bist, wird der Zeitunterschied mehr oder weniger deinen Tagesablauf im Ausland mitbestimmen. Solltest du etwa in der Lage sein, völlig asynchron zu arbeiten, ist dies wohl eher kein ausschlaggebender Punkt. Sollten deine Zeiten sich allerdings gar nicht oder nur teilweise mit den Arbeitszeiten deines Unternehmens überschneiden, wird dies um einiges bedeutsamer. Hierbei ist der erste Schritt mit deiner Führungskraft abzusprechen, was erwartet wird. Man sollte sich auf klare Arbeitszeiten einigen, um eine gute Zusammenarbeit im Team zu ermöglichen, aber auch, um die Arbeitszeiten am Zielort einschätzen zu können. Ich habe mich zum Beispiel gegen manche Länder als Ziele für meine Reise entschieden, da mir die Zeitunterschiede für das Arbeiten persönlich zu viel gewesen wären.

  1. Ausstattung und technische Sicherheit

Zu den Vorbereitungen für Remote Work zählt auch, sich mit der Arbeitsausstattung sowie der Datensicherheit auseinanderzusetzen. Bezüglich der Ausstattung sollte man sich Gedanken dazu machen, welche Dinge man unbedingt für die Arbeit braucht. Laptop und Ladekabel sind dabei wohl meist die wichtigsten und ersten Einfälle. Zusätzlich sollte man sich auch noch überlegen, ein Headset oder Kopfhörer mitzunehmen, um für Gespräche und Videokonferenzen in verschiedenen Arbeitsumgebungen gewappnet zu sein. Ebenso sollte man bedenken, sich einen Adapter zu organisieren, falls man in ein Land reist, das andere Netzwerkstecker verwendet. Beim Punkt „technische Sicherheit“ geht es darum, sicherzustellen, dass Arbeitsgeräte mit Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa VPN (Virtual Private Network), ausgestattet sind, um die Vertraulichkeit und Integrität von Unternehmensdaten zu gewährleisten.

  1. Soziale Kontakte

Soziale Beziehungen am Arbeitsplatz spielen eine wichtige Rolle und das auch bei Remote Work. Einerseits ist es wesentlich, mit dem eigenen Team gut in Verbindung zu bleiben und, wenn auch nur virtuell, weiterhin an Teammeetings und Ähnlichem teilzunehmen. Vor allem bei Remote Work kann der Arbeitsalltag etwas einsam werden, vor allem, wenn man Großteils selbstständig an Projekten arbeitet. Deshalb ist es umso wichtiger, sich Zeit zu nehmen, um mit Teammitgliedern in Kontakt zu treten und Gelegenheiten zu schaffen, sich auszutauschen. Zusätzlich sollte man auch die sozialen Beziehungen vor Ort mitdenken. Arbeitet man etwa regelmäßig im selben Café oder Coworking Space, könnte man dort etwa „Ersatzkolleg:innen“ finden und auch so eine Art Teamgefühl schaffen.

Mein Tipp: Wenn dir persönliche Kontakte vor Ort wichtig sind, informiere dich am besten online zu Coworking Spaces oder Coworking Cafés an deinem Zielort. Viele dieser Locations bieten auch After-Work-Events und ähnliche Treffen zum Networking an. Auch wenn du nicht von Coworking Spaces oder Cafés aus arbeiten möchtest, gibt es meist trotzdem gute Gelegenheiten für Treffen von Expat-Gruppen. Informiere dich auch diesbezüglich am besten online.

  1. Selbstdisziplin und Organisation

Nachdem wir nun verschiedenste praktische, technische und soziale Punkte betrachtet haben, sollten wir uns ebenso mit personenbezogenen Faktoren auseinandersetzen. Remote Work erfordert ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Organisationsfähigkeit. Man arbeitet autonomer und ist nebenbei auch dafür verantwortlich, einen produktiven Arbeitsraum zu schaffen. Ebenso bringen viele Formen von Remote Work mit sich, dass Aufgaben selbstständiger zu bearbeiten sind, wodurch die eigene Organisation und Prioritätensetzung noch relevanter werden. Dies ist ähnlich zu Bedingungen, die Homeoffice mit sich bringt, jedoch werden diese bei asynchronem Arbeiten durch Zeitunterschiede noch bedeutender.

  1. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Je nachdem, wie man Remote Work leben möchte und wie sehr man etwa nebenbei reisen möchte, braucht es mehr oder weniger Flexibilität. Grundsätzlich schätze ich persönlich die hohe Autonomie und die Möglichkeit viele verschiedene Orte zu erkunden. Das erfordert aber auch eine laufende Anpassung an neue Situationen und Umgebungen. Neben der stetig wechselnden Arbeitsumgebung bringt zusätzlich auch die Nicht-Arbeitszeit viele Einflüsse mit sich; wie etwa andere Sprachen, Kulturen, Menschen und Wohnorte. Mein persönliches Motto der letzten Monate als digitale Nomadin ist „Get comfortable with being uncomfortable“, also grob übersetzt „Lerne dich damit wohlzufühlen, dich unwohl zu fühlen“. Durch den permanenten Wechsel von Wohn- und Arbeitsorten, auch über nationale Grenzen hinweg, findet man sich immer wieder in neuen Situationen, die eine Anpassungsleistung von einem abverlangen. Das bedeutet dann, neben einem teilweise stressigen Arbeitsalltag auch in der Freizeit nicht richtig zur Ruhe zu kommen; was eine große Herausforderung sein kann.

Mein Tipp: Gehe es eher etwas langsamer an, bleibe vor allem zu Beginn länger an einem Ort und gib dir die Möglichkeit, dich dort einzuleben. Halte dir Möglichkeiten offen und plane nicht alles im Vorhinein, damit du flexibel darauf reagieren kannst, was du gerade brauchst.

(Disclaimer – Visum- und Steuerrecht: Was bei Remote Work aus verschiedenen Ländern natürlich auch relevant ist, ist es, sich mit den Visumbestimmungen sowie Bestimmungen des Steuerrechts auseinanderzusetzen, um hierbei abgesichert zu sein. Wir werden in diesem Artikel nicht näher darauf eingehen, es sollte jedoch dennoch kurz Erwähnung finden.)

Auch wenn man diese Punkte beachtet, ist Remote Work vor allem „Trial and Error“ – also „Versuch und Irrtum“. Nur durch Ausprobieren kann man herausfinden, was für einen gut funktioniert und was nicht. Man lernt somit von Mal zu Mal etwas mehr dazu und nebenbei sich selbst etwas besser kennen. Durch verschiedene Möglichkeiten in der Arbeitsweise erfährt man viel über die eigenen Vorlieben und No-Gos, was nicht nur für Remote Work, sondern auch klassische Arbeitsformen hochrelevant ist.

Remote Work bedeutet für mich vor allem Autonomie, Freiheit und die Möglichkeit, die Welt zu entdecken, ohne mich dabei gegen meine Arbeit entscheiden zu müssen. An alle Reiselustigen da draußen kann ich es nur weiterempfehlen!

Diesen Artikel teilen:

Das könnte Sie auch interessieren...

English